Dezember 2018 - Nr. 1
3DP-Newsletter Schulen

Effizienz durch Reflexion

Der Unterricht wird von der Lehrperson und ihrem Verhalten geprägt. Die Planung und Durchführung des Unterrichtes sowie der Umgang mit Kindern, Eltern und Kollegen widerspiegeln die Werte und Schwerpunkte der Lehrperson. Das 3DP-Modell gibt Ihnen ein einfaches Tool zur Hand, um sich selbst und Ihre Arbeit zu reflektieren und Ihren Unterricht weiterzuentwickeln.

 

Das 3DP-Unterrichtsmodell

Verschiedene Theorien aus der Didaktik, Methodik und Pädagogik wurden mit den Erfahrungen aus der Beratung von Lehrpersonen eng verknüpft. Dadurch entstand für die Lehrpersonen ein praktisch anwendbares Modell für den täglichen Gebrauch im Unterrichts-Alltag.

Ganzheitliche Unterrichtsprozesse bewegen sich in folgenden drei Dimensionen.

 

 

 

Natürlich bewegen sich alle Lehrpersonen in allen drei Unterrichtsdimensionen. Das Bedürfnis sich in der einen oder anderen Dimension stärker zu bewegen, ist jedoch unterschiedlich. Dies wird nicht nur im Unterricht, sondern im gesamten Verhalten sichtbar. Die Erkenntnis über die Ausprägung der drei Dimensionen im eigenen Verhalten als Lehrperson ist ein Schlüssel für die erfolgreiche Weiterentwicklung. Lehrpersonen mit unterschiedlichen Verhaltensmustern sind nicht besser oder schlechter. Sie sind anders und bringen unterschiedliche Werte und Bedürfnisse mit.

 

Herr Theiler reflektierte die Ausprägung der drei Dimensionen für sich als Lehrperson folgendermassen: «Meine höchste Dimension ist die Kognition. Detaillierte Planung und klare Strukturen sind für mich unumgänglich. Meine Hauptaufgabe als Lehrperson sehe ich darin, den Kindern Dinge zu erklären. An zweiter Stelle liegt die Dimension Relation: Ich pflege einen intensiven Austausch mit den Schülern und achte darauf, dass auch ihre Anliegen von mir immer wieder gut wahrgenommen werden. Die Dimension Aktion ist mir eher fremd: Spontane Veränderungen machen mir Mühe, deshalb habe ich Dinge gerne sauber geregelt. Einfach einmal ausprobieren, auch wenn noch nicht alles klar verstanden ist, finde ich ganz schwierig. Da rege ich mich auch auf über die Kinder, welche diesen Weg einschlagen.»

 

 

8:15 – Schulanfang zum Schmunzeln

Morgen um acht Uhr in einer vierten Klasse: Frau Weber steht an der Tür, während die Kinder das Zimmer betreten, die Lehrerin kurz begrüssen, an ihren Platz gehen, ihr Buch hervornehmen und beginnen still zu lesen. Beeindruckend, die Ruhe und die Struktur im Zimmer. Einige Minuten vergehen, die Lehrerin hat die Türe geschlossen und steht nun vor der Klasse: «Guten Morgen miteinander, legt bitte die Lesebücher unter das Pult und schlagt das Mathematikbuch auf Seite 38 auf.»

Im Zimmer daneben unterrichtet Frau Petrig ebenfalls eine vierte Klasse. Sie steht mitten im Schulzimmer, um sie herum eine Gruppe Kinder, die erzählen; irgendwo lachen noch einige Mädchen lauthals und eine Gruppe Jungs tummelt sich auf dem Fenstersims. Beeindruckend, die Lebendigkeit und Freude, die da spürbar ist. Es läutet, die Lehrerin und die Kinder setzen sich im hinteren Teil des Schulzimmers auf Kissen in einen Kreis, fünf Mädchen streiten sich um den Platz neben Frau Petrig. «Guten Morgen miteinander, ich hoffe ihr habt alle gut geschlafen und seid ausgeruht für diesen neuen Tag, der auf uns wartet…»

Sicher kennen Sie solche und ähnliche Situationen. Als Berater von Lehrpersonen erlebe ich diese tollen Unterschiede im Unterrichten und der Klassenführung. Wer ist nun die bessere Lehrperson? Sicher gehen Sie mit mir einig, dass es hier nicht um besser oder schlechter geht, sondern um die Erkenntnis, wie stark die Lehrperson mit ihren Werten und ihrem Verhalten den Unterricht prägt. Während Frau Weber sich stark an den Dimensionen Kognition und Aktion orientiert, steht für Frau Petrig die Dimension Relation im Vordergrund. Beide machen guten Unterricht und beide haben Entwicklungspotential.

 

Werden die drei Dimensionen im Unterricht
im Gleichgewicht eingesetzt,
werden die unterschiedlichen Kinder optimal gefördert.

Handlungs- und Erlebnis-Spielraum

Klare Strukturen und Erklärungen

Feedback- und Beziehungskultur

 

Frau Ebnöther hat erkannt, wie stark die Dimension Aktion ihren Unterricht prägt. Erforschendes Lernen und viele unterschiedliche Lern-Arrangements und spontane Wechsel sind bei ihr Standard. Sie hat sich kaum Zeit genommen, die Kinder am Morgen einzuführen und ihnen Tages-Struktur zu geben. Für einige Schüler war das in Ordnung, andere kamen damit nicht zu recht. Als ersten Schritt veränderte sie ihren Unterricht, indem sie jeden Morgen eine Orientierungs- und Besprechungsphase einführte. Kinder, welche Struktur und Austausch brauchten, wurden viel besser abgeholt und arbeiteten anschliessend effizienter in den verschiedenen Lern-Arrangements.

 

 

 

Schulinterne
Weiterbildungen

Gerne kläre ich mit Ihnen im Gespräch die möglichen massgeschneiderten Weiterbildungen für Ihr Lehrpersonen-Team

Ich freue mich über den Kontakt mit Ihnen.

 

Michael Schweyer

email: ms@3dp-coaching.ch

Tel: +41 76 214 88 40

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    Unsere Weiterbildung am Donnerstag hat mir eine neue Ansichtsweise geöffnet.
    Ich finde das 3DP-Modell einfach, verständlich, klar und gleich umsetzbar.

    »
    Lehrerin R.F.
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  • «

    Absolut lohnenswerte Weiterbildungen für alle Schulleitungen und Lehrpersonen - alltagstauglich, abwechslungsreich und verständlich!

    »
    Schulleiter P.Z.
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